Daddeln!

Fluppomat


Angespielt: Burnout Paradise

Seit dem letzten Freitag bin ich Besitzer einer XBox 360. Das Hauptkaufargument war wie bei der Playstation 1 vor allem ein Spiel (bei der Playstation war es Final Fantasy VII): Grand Theft Auto 4. Also bin ich mit meiner Freundin Freitag vormittags in den Media Markt in Wetzlar gefahren – innerlich habe ich schon mit mehr als 300 € gerechnet, idealerweise wurde ich aufmerksam auf ein aktuelles Angebot: XBox 360 kaufen, GTA 4 “gratis” dazu. Dummerweise war GTA 4 nicht mehr auf Lager, so dass ich mir das in den nächsten Tage abholen darf – trotzdem für mich ein ideales Angebot. Übergangsweise habe ich mir Burnout Revenge in der Videothek ausgeliehen und bis gestern exzessiv gespielt – heute habe ich mir aus der GA Burnout Paradise ausgeliehen, vor allem aufgrund der direkten Vergleichsmöglichkeit. :-)

Um vllt. einigen Kommentaren vorzugreifen: Ja, das Spiel ist schon ne ganze Weile draußen – ich dachte mir, wenn ich mal ein Spiel genauer betrachte, könnte ich auch gleich eine kleine Rezension schreiben. ;-)

burnout_paradise1.jpgDer Einstieg in Burnout Paradise erfolgt schnell und man wird nach der kurzen Begrüßung direkt ins Spiel geworfen und bekommt die ersten Anweisungen und Erklärungen von einer weiblichen Stimme vorgetragen, die auch immer mal wieder während des späteren Spiels als eine Art “Radio DJ” Tipps einwirft – und dummerweise anfängt zu nerven bzw. schnell langweilt. So muss man sein erstes Auto, dass man auf dem Schrottplatz erhält, zunächst in die Werkstatt fahren. Fährt man dann z.B. an einer Tankstelle vorbei, fließt die nächste Erklärung ein und das Fahren wird nicht unterbrochen – sehr angenehm. Bevor ich mich, wie vorgeschlagen, an der ersten Challenge versuche (an der man teilnehmen kann indem man an einer Ampel hält und Gas und Bremse drückt) beschließe ich zuerst die Stadt zu erkunden.

Die Stadt ist sehr groß und sehr abwechslungsreich gestaltet. Neben den langen Straßenzügen in der Innenstadt, findet man auch ländliche Gebiete wie “White Mountain” (bekannt aus Burnout Revenge) vor. Über das ganze Gebiet verteilt sind Burnout-Werbetafeln (120 Stück), sogenannte “Smashes” [z.B. Absperrungen zum kaputt fahren] (400 Stück) oder Sprungplätze, die man im späteren Verlauf „sammeln“ kann.

Nachdem ich die letzten Tage viel Burnout Revenge gespielt habe, ist die Fahrphysik (durch den höheren Realismus) doch sehr ungewohnt, woran ich mich allerdings schnell gewöhne. Die Crashs die ich durch die ungewohnte Fahrphysik produziere, lassen die Eingewöhnung zu einem großen Spaß werden: Das Schadensmodell ist auf realistisch getrimmt (Rahmen verzieht sich, Scheiben reissen und platzen) und die Kamerafahrten fangen den Crash nun deutlich besser ein – allerdings wirken die Wagen nach manchen Unfällen, ähnlich wie in Burnout Revenge, nicht kaputt genug – so ist bei einem Frontalaufprall bei voller Geschwindigkeit nur die Front lädiert, obwohl man annehmen könnte, dass bis auf ein paar vereinzelte Blechteile nichts mehr vom Auto sein dürfte. Trotzdem sind die Crashs die Besten die ich bisher gesehen habe! :-)

burnout_paradise2.jpg

Fahrzeuge gibt es auch wieder zu genüge: 75 verschiedene Wagen kann man sich erspielen und jederzeit auf dem Schrottplatz wechseln. Diese sind sehr abwechslungsreich gestaltet und unterscheiden sich auch von den den Fahreigenschaften sehr stark. Neue Wagen sind sehr schnell erspielt. Im Gegensatz zu Burnout Revenge sind diese aber nun in verschiedene Kategorien wie “Crash” oder “Stunt” aufgeteilt und es werden auch keine Endgeschwindigkeiten und Gewicht mehr angegeben – stattdessen werden Punkte für diese Werte vergeben. Dadurch, dass sich einige Wagen besser für manche Challenges eignen, wechselt man schon mal häufiger, anstatt einfach den schnellsten Wagen, so wie in Burnout Revenge, zu nehmen. Positiv aufgefallen ist mir die Fahrzeuglackierung, die im Gegensatz zu Burnout Revenge nun nicht mehr einfach nur einfarbig ist, sondern auch mit Schriftzügen und verschiedenen Farben einfach schöner wirkt. Auch die Spiegelungen auf den Wagen wirken hübscher. Wem eine Lackierung nicht gefällt, der kann durch eine Lackiererei fahren und die Farbe wechselt.

Nachdem ich nun einige Zeit herumgefahren bin, beschließe ich an ein paar Challenges teilzunehmen. Es gibt unter anderem Stunt-Challenges (mit Drifts, Sprüngen, etc. möglichst viele Punkte erzielen), Marked Man-Challanges (versuche das Ziel zu erreichen, bevor dich die anderen Spieler zu Matsch rammen – ‚Kaninchenjagd‘ wäre ein passenderer Titel gewesen :-) ) oder die klassischen Renn-Challenges (erreiche das Ziel als erster). Besonders bei der Renn-Challenge fällt mir auf, dass man die sogenannten Takedowns (Zerstöre das gegnerische Fahrzeug indem du es gegen eine Wand rammst o.ä.) sehr leicht erzielen kann. Es reicht einen Gegner seitlich gegen eine Wand zu rammen um einen Takedown zu erzielen – damit sind schon mal 5-10 Takedowns in einer Minute ohne große Probleme zu schaffen. Aftertouch-Takedowns (Gegner rast in dein Wrack) gibt es nicht mehr, was ich sehr schade finde, da ich mich immer diebisch gefreut habe, wenn man trotz eines Fahrfehlers noch den ein oder anderen Gegner mit ins Verderben ziehen konnte. Dennoch sind die Rennen sehr actiongeladen und es macht nach wie vor Spaß einen Gegner gegen einen Pfosten oder in einen unschuldigen Verkehrsteilnehmer zu schieben. Leider lassen sich keine Clips der Crashs mehr aufnehmen (zumindest habe ich nichts in der Richtung gefunden) und Wiederholungen kann man sich auch nicht anschauen. Nachdem eine Challenge beendet ist, fährt man direkt nach einer kurzen Rückmeldung weiter durch die Stadt.

Wenn der Wagen während der Fahrt oder einer Challenge beschädigt wird, kann man einfach durch eine Werkstatt fahren um ihn zu reparieren, was zeitweise doch sehr nervig sein kann – ich habe mich ertappt, wie ich bei freier Fahrt einfach einen Totalschaden hingelegt habe, nur um mit einem frischen Wagen weiterzufahren, da das schneller ging, als zur nächsten Werkstatt zu fahren. Bei Challenges hingegen, ist eine Reparatur oft zwingend notwendig, da man sonst, nach zuvielen Unfällen verliert.

burnout_paradise3.jpg

Anstatt der vielen einzelnen Wettbewerbe und des Ranges den man wie in Burnout Revenge erspielen konnte, erhält man nun eine Driver-ID / einen Führerschein mit Passfoto auf dem nur der derzeitige Rang eingetragen ist und die Anzahl der Siege die man einfahren muss, bis man im Rang aufsteigt. Man sammelt auch keine Punkte mehr und erhält wenigstens noch ein paar davon bei einem zweiten Platz. In Burnout Paradise zählt nur der Sieg. Landet man auf dem zweiten Platz, darf man diese Challenge nochmal fahren um sie zu beenden. Neue Events werden nach dem Erreichen eines neuen Ranges freigeschaltet.

Da ich ein großer Fan der Crash-Challenges in Burnout Revenge bin, war ich etwas irritiert von der „Showtime“: Man kann nun, egal wo man sich in der Stadt befindet, bei einem Crash mit einem anderen Fahrzeug durch gleichzeitiges drücken von LB und RB die Showtime starten: Man springt durch die Boosts mit seinem Wrack über die Straße und sobald ein Fahrzeug dabei getroffen wird, lädt sich der Boost-Balken auf und man erhält Punkte – das kann man solange treiben, bis man über mehrere Kilometer in Super Mario Manier auf andere Autos gesprungen ist. So muss man für jeden Crash selbst sorgen und kann sich nicht, nachdem man in eine Kreuzung reingefahren ist, gemütlich zurücklehnen und dem Chaos seinen Lauf lassen. Diese Variante in Burnout Paradise konnte mich jetzt nicht sonderlich begeistern.

burnout_paradise4.jpg

Im Menu, auf welches leider unzureichend eingegangen wird (ich hab 5 Minuten gebraucht um herauszufinden wo denn nun die Optionen sind -_-), findet man wieder umfangreiche Statistiken: Unter anderem über die zurückgelegte Strecke, die Anzahl der gefahrenen Challenges, die Anzahl der Totalschaden, etc. Im Menupunkt „EA TRAX“ höre ich in die insgesamt 60 Songs rein, die das Spiel gut untermalen, meiner Meinung nach aber nicht so gut wie in Burnout Revenge – da muss sich aber jeder selbst ein Bild (bzw. einen Ton? *g* ) von machen. Die Tracks kommen unter anderem von LC Soundsystem, Janes Addiction, Killswitch Engange, Adam and the ants, Alice in Chains, Avril Lavigne (-_-), Brand New und Sugarcult. 20 der 60 Songs sind Burnout-Tracks von Criterion. Diverse klassische Stücke, unter anderem von Beethoven, kann man hören, wenn man einfach mal eine Weile stehen bleibt und die Kamera anfängt über die Strecke zu fliegen. Nett anzusehen, doch irgendwie unpassend. :-)

Schön integriert wurde das Online-Gaming – über das Steuerkreuz kann man direkt während man durch die Stadt braust online gehen und spielt nun auf einmal mit bis zu 7 weiteren Spielern. Für Neulinge kann es aber manchmal frustrierend sein, wenn man z.B. auf einmal eine Werbetafel-Challenge erfüllen muss und alle auf einen warten, da man eben nicht weiß, wo man die nächste Werbetafel findet – ein gewisse Orientierung sollte man schon haben, bevor man anfängt online zu spielen. Aber ebenso schnell wie man sich in das Online-Spiel eingeloggt hat, kann man sich auch wieder ausloggen und direkt Offline weiterfahren. Schade finde ich, dass sich das Multiplayer eben nur auf Xbox-Live beschränkt und es keinen Splitscreenmodus mehr gibt, wie bei Burnout Revenge.

Auf mich wirkt Burnout Paradise erwachsener, vor allem durch die realistischere Fahrphysik. Die große komplett befahrbare Stadt (positiv aufgefallen sind mir die quasi nicht vorhandenen Ladezeiten!) lädt ein zum ziellosen Herumfahren und zum Erkunden und lässt fast ein bischen GTA-Feeling aufkommen. Die schönen Crashs lassen das bekannte Burnout-Feeling aufkommen, wer allerdings auf die großen Massenunfällen steht oder mal eben eine schnelle Runde mit dem Kumpel spielen will, ist mit Burnout Revenge wohl besser bedient. Wer allerdings auf die Massencrashs nicht viel Wert legt , auf den Splitscreenmodus verzichten kann, eine realistischere Fahrphysik bevorzugt und vor allem gerne Rennen fährt, wird mir Burnout Paradise sicher seinen Spaß haben.

Weiterführende Links:

Criterion Games – Entwickler von Burnout Paradise
Wikipedia – Burnout Paradise – Englische Wiki-Seite über das Spiel

Video (Crashs):

4 comments to Angespielt: Burnout Paradise

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>