Nach der gestrigen Fahrt, einer Firmengründung, intensiver Brainstormingphase mit dem neuen Team und einer Nacht auf einer aufblasbaren Matratze, die leider nicht die Wärmeeigenschaften einer normalen Matratze bietet, ging es heute früh doch etwas matschig auf die Quo Vadis bzw. die Deutschen Gamestage. Nach einer etwas chaotischen aber zügigen Akkreditierung haben wir erst einmal das kostenlose Angebot der Kaffeebar in Anspruch genommen.
Bevor ich den ersten Schluck meines Kaffees trinken konnte, fand ich mich bereits in einem Gespräch mit Entwicklern wieder, registrierte einige bekannte Gesichter und merkte überhaupt nicht, wie bereits Tobias Berlin von Bigpoint mit seinem Vortrag „Geschäftsmodell Browsergames – wie wird mit kostenlosen Spielen Geld verdient?“ begonnen hatte. Nach einer kurzen Firmenvorstellung vermittelte er einen guten Einblick in den Markt der Browsergames und gab gute Tipps für Entwickler.
Darauf folgte eine halbstündige Werbeveranstaltung der SevenOne Intermedia mit Mark Wardenga, die den Titel „Erfolgreiche Vermarktung von Medieninhalten – Online & Offline“ trug und sich mit der Kernaussage „Es reicht nicht mal eben einen TV-Spot zu schalten und mit den Google Keywords zu arbeiten.“ zusammenfassen lässt. Zumindest konnte ich ein wenig Schlaf nachholen, während die diversen (unter anderem schweizerischen) Werbespots der „Germany’s Next Topmodel“-Games auf die Leinwand geworfen wurden.
Nach der Mittagspause in der ich vergeblich nach einem Platz für mein Notebook mit einer Steckdose gesucht habe und eines der (ich glaube 5) angebotenen Gerichte zu mir nahm, blieb ich im Business Forum um dem Vortrag „Game startups hitting the high-tide mark“ von Dean Takahashi zu lauschen – was sich aufgrund der Tontechnik als schwieriger gestaltete als vermutet. Glücklicherweise findet sich sein kompletter Vortrag auch auf VentureBeat („Will the game industry start to slow down or is it just getting started“) und ist sehr zu empfehlen! http://venturebeat.com/2009/04/21/will-the-game-industry-start-to-slow-down-or-is-it-just-getting-started/
Gabriel Hacker von RTL Enterprises zeigte nach einer kurzen Vorstellung von RTL Games und seiner Roadmap die Vor- und Nachteile verschiedener Plattformen wie Xbox Live-Arcade oder PlayStation Network auf und wies auf wichtige Punkte hin, die bei der Entwicklung von Spielen für diese Plattformen beachtet werden sollten.
Nach einer weiteren kurzen Pause wurden die Deutschen Gamestage offiziell mit einer Begrüßung durch Medienboard-Geschäftsführerin Petra Müller und Stephan Reichart, Geschäftsführer des G.A.M.E.-Bundesverbands eröffnet. Dass viele weitere Besucher gekommen waren um den folgenden Vorträgen und der Diskussionsrunde zu lauschen, zeigte sich neben nicht mehr vorhandenen Sitzplätze auch durch die steigende Wärme im Business Forum. Besonders interessant war für mich die Diskussionsrunde „Die Gamesindustrie zwischen wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung“, die von Dr. Joachim Huber vom Tagesspiegel moderiert wurde. Die dennoch ernste Auseinandersetzung mit der Thematik liess immer wieder Luft für einige Lacher und wurde von allen Beteiligten mit großen Engagement geführt.
Trotz wiederholter Versuche des Moderators einen Diskurs in Gang zu bekommen, zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit ihrer Lage, trotz Wirtschaftskrise und Killerspieldebatte. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Computerspiel ein Kulturgut sind, woraufhin Dr. Christoph Klimmt von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz die Branche darauf hinwies, dass sie dadurch noch einige Arbeit vor sich hätten um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.
Damit war der Tag und ich geschafft. Morgen werde ich mein Notebook in der Wohnung lassen, vielleicht werde ich bei einem der Preisausschreiben ein kleines handliches Netbook gewinnen.




[...] Weiterlesen auf Geht mal gar nicht! Share and Enjoy: [...]